Gesänge der Nacht



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Ein Projekt von
Thomas Hoffmann und
Sergej Rickenbacher

Viele Geschichten beginnen mit einem Bier, unsere mit einem Kaffee. Im Sommer 2007 lag auf dem Tisch der druckfrische Gedichtband «Liebe nicht Liebe» von Thomas Hoffmann und in der Luft die Frage: «War’s das jetzt schon?»
Die Antwort lag nicht im Kaffeesatz, vielleicht aber in den halluzinogenen Alkaloiden, denn sechs junge Menschen entschieden, einen Versuch zu wagen: Das Ziel war, den Gedichtband auf die Bühne zu bringen. So entstand 2008 die szenische Lesung «Liebe nicht Liebe – live», die Elemente aus Lesung, Konzert und Theater vermischte.
Mit unserem zweiten Projekt «Gesänge der Nacht» steuerten wir ein Jahr später neue Ufer an. Bildete in der szenischen Lesung die Bühne unser Experimentierfeld, legten wir in «Gesänge der Nacht» die Medien auf den Probierstein. Entlang der Leitbegriffe «Individualität» und «Kollektiv» testeten wir die Möglichkeiten und Grenzen der medialen Übertragung aus.

Die Gedichte, die Thomas Hoffmann 2009 verfasste, zeigten bald einmal ihre Tauglichkeit als Songtexte. Aus dieser Eigenschaft wurde die Idee geboren, den Gedichtband «Verse der Nacht» mit einem Album zu kombinieren. Das Ensemble wurde um den Geiger Adrian Häusler und den Bassisten Martin Prader erweitert, und 2010 das Album «Lieder der Nacht» live eingespielt.
Dass heute der Kurzfilm «Bilder der Nacht» den Gedichtband und das Album begleitet, entspringt nun aber tatsächlich einer Bieridee. Auf eine Frage hin erweiterte sich das Boxset in der Küche von Thomas Hoffmann um ein Filmprojekt – und unsere kleine Gruppe vergrösserte sich um ungefähr zwölf Personen. Ohne ihre Hilfe wäre die Produktion von «Bilder der Nacht» Wunschdenken geblieben. An dieser Stelle einen speziellen Dank an Susanne Steffen, die nicht nur eine wunderschöne Kamera führte, sondern auch unseren Idealismus und unsere Naivität mit viel Geduld ertrug und uns während der ganzen Produktion mit Rat und Tat zu Seite stand.

«Gesänge der Nacht» war unser bisher ambitioniertestes, aber sicherlich nicht letztes Experiment. Kunst ist Prozess, Prozess ist Kunst. Und so lange unsere Herzen schlagen und das Koffein nicht auf der Liste der illegalen Substanzen steht, werden weitere Taten folgen, denn es gilt für uns weiterhin Friedrich Dürrenmatts Bonmot:
«In dieser Zeit ein Schriftsteller sein zu wollen, heisst mit dem Kopf durch die Wand rennen. Meine Damen und Herren, das tue ich leidenschaftlich gern und ich glaube, dass die Wände genau dazu erfunden worden sind.»